Garda
Garda

Zu den zahlreichen „Schmuckkästlein“ an der Veroneser Küste des Gardasees zählt die Ortschaft Garda mit ihrer farbigen Landschaft, die so viele Touristen anlockt. Das Städtchen blickt auf eine reizvolle Bucht, die von der felsigen Rocca überragt wird und durch die Punta San Vigilio charakterisiert wird. Die Punta San Vigilio ist morphologisch ein Anhang des orographischen Systems des Monte Baldo und erstreckt sich bis zum See: in Norden befindet sich die wunderschöne Baia delle Sirenen, eine romantische Bucht, die mit grünen, zum See abfallenden Olivenhainen, Zypressen, Kiefern und einer üppigen Vegetation bedeckt ist. Das ganze Landschaftsbild wird beherrscht von Türkisblau des Gardasees, der nicht selten von heftigen Winden aufgepeitscht wird. Aufgrund des milden Klimas und begünstigt durch die umliegend Bereg, die eine natürliche Barriere gegen die kalten Nordwinde bilden, ist Garda einer der schönsten Luftkurkorte dieser Gegend, der vor allem von deutschen Urlaubern bevorzugt wird. Der Reichtum der Kunstwerke, die wunderschönen alten Villen und Residenzen kennzeichnen Garda als Touristenzentrum, das gute und moderne Strukturen anbietet. Der Ort war schon während der Vorgeschichte besiedelt, als hier viele Pfahlbauten den See imstanden. Sèäter römisches Zentrum, wurde der Ort in der Langobarden- und Frankenzeit bekannt.
In dieser Epoche bedeutete der germanische Ausdruck Warte die alte Burg, in der Adelheid von Burgund (X. Jh.) eingesperrt war. Von diesem Ausfruck stammt der heutige Ortsname, des das lateinische Etymon „Benacus“ ersetze. Zunächst unter Veroneser Herrschaft, ging das Städtchen später an Venedig über und wurde Sitz der „Giudicaria Gardense“, einer Verwaltung, die das ganze umliegende Gebiet kontrollierte. Unter den zahlreichen venezianischen Gebäuden erwähnen wir den „Palazzo dei Capitani del Lago“, eine schönen Bau mit Dreipaßfenstern und niedrigen Lauben. Das Gebäude war früher dem Hafen zugewandt und weist heute auf das grüne Plätzchen mit den vielen Cafés, wo sich die Touristen aufhalten können. Ab dem XV. Jh. wurde der Palast Sitz der Ureinwohnerkörperschaft.

Ein weiteres venezianisches Palais ist der „Palazzo Fregoso“ aus dem XV. Jh. Der Bau weist eine schöne Fassade auf, die mit einem zentralen Zwillingsbogen über einer großen Arkade geschmückt ist. Links führt eine Treppe zu dem mit Giebel verzierten Eingangsportal.
Der ehemalige „Palazzo Carlotti“ ist ein Renaissancebau, der früher sein auf den See blickenden Garten besaß. Die Reste des Gebäudes lassen die typischen Züge des Renaissance-Architekten Michele Sanmicheli erkenne. Auch die „Loggia“, ehemals Anlegestelle und Aussichtsterrasse dieser Residenz, ist ein Werk des Veroneser Architekten. In einem reizenden Park befindet sich die „Villa Canossa“, ein Renaissancebau des XVI. Jh., welcher der Familie Carlotti gehörte. Das heutige Aussehen aus dem XIX. Jh. geht auf den Architekten Franco zurück. Das prächtige Gebäude befindet sich in einer wunderschönen und unberührten Umgebung. Eine andere schöne Residenz ist die „Villa Albertini“, die sich in der Mitte der Bucht befindet. Der Bau aus dem XV. – XVI. Jh. war die Residenz der Familie Becelli und wurde in XVIII. Jh. umgebaut. Der Bau vereinigt verschiedene Stile, unter denen man die spätmittelalterlichen zinnenbekrönten Ecktürme und die klassische, von einem Tympanon gekrönte Fassade erkennt. Auch der Park ist sehr reich ausgestattet. Auf der wunderschönen Punta San Vigilio befindet sich die „Villa Guarienti“, die von Agostino Brenzone entworfen wurde. Die Loggia des italienisch Gartens ist ein Werk von Sanmicheli.