Gargnano

Am Westufer des Gardasees in Richtung Riva del Garda erreicht man Gargnano, einen Ort, der sich am engsten Punkt des Sees befinden und der von den Brescianer Voralpen und der langen Kette des Monte Baldo beherrscht wird. Die Zitronengärten und die üppige Vegetation zeugen von einem milden Klima, so daß Gargnano zu einer beliebten Sommerfrische und Aufenthaltsort wurde. Alte römische Gedenksteine bezeugen, daß Ort schon im III. Jh. v. Chr. Besiedelt und bis zum  XI. Jh. unter dem Namen Garniano bekannt war. Der heutige Ortsname stammt aus dem XIII. Jh. In der ersten Hälfte des XVI.  Jh. war das Städtchen Lehen der Familie Castelbarco und wurde später Besitz der Mailänder Visconti, danach ging es an die Venezianer über (XV. Jh.). Der Ort besitzt einen kleinen Hafen, und der Tourismus hat die alten, mit dem Fischfang verbundenen Tätigkeiten verdrängt. In Gargnano befinden sich die zwei Feltrinelli – Villen: die erste, im Ort Faustino gelegen, blickt malerisch auf den See; sie wurde im vorigen Jahrhundert errichtet, und hier hielt sich Mussolini während der „Repubblica Sociale di Salò“ auf. Die zweite Villa wurde vom Architekten Solmi entworfen und war der Amtsitz der sogenannten „Repubblica di Salò“. Heute werden hier Sommerkurse in italienischer Sprache für Ausländer abgehalten, die von der Universität Mailand organisiert werden.
Am Seeufer, am Fuß der Felshänge der Cima Comer und von Zitronengärten umgeben, erhebt sich die Kirche San Giacomo de Carlì. Sie ist eine der ältesten Kirchen am Westufer des Gardasees: das kleine romanische Gebäude stammt aus dem XII. Jh. und wird in einem bekannten Volksspruch erwähnt. Die Fassade aus Steinblöcken wird von einem schönen Turm mit Kappe gekrönt. Die Seitenwand trägt Fresken des XIV. Jh., die den hl. „Abt Antonius“ zwischen dem „hl. Paulus“ und einem „Evangelisten“, dem „Jesuskind auf dem rücken“ darstellen. Das Innere birgt eine Holzschnitzerei des Patrons (XVI. Jh.) und Fresken.
Die Kirche San Francesco aus der zweiten Hälfte des XIII. Jh. war eine von Heiligen Franziskus am Gardaseeufer gegründete Einsiedelei. Die einfache Fassade trägt Lisenen und ein schönes Portal; in einer Nische bewundert man eine Skulptur des „Hl. Antonius“ (XVI. Jh.). Das renovierte einschiffige Innere birgt ein Gemälde (VXI. Jh.) von Andrea Bertanza, das dem „Hl. Martyr Stefan“ darstellt, und andere Gemälde von lombardischen Künstlern. An der Nordseite der Kirche befindet sich eine Skulptur, die das „Wunder der Wundmale Christi“ darstellt; interessante Fresken aus dem XIII. und XVI. Jh. wurden im Inneren des Turmes entdeckt. Zwischen der Sakrestei und dem Kreuzgang befindet sich ein wunderschönes, schwarzes Marmorportal mit Hochreliefs. Der Kreuzgang ist sehr interessant  und zeichnet sich wegen der Bogenfolge und ungewöhnlichen Formen der maurischen Architektur aus. Die Kapitelle sind mit Früchten, Orangen und Zitronenblättern verziert, sie weisen darauf hin, daß der Anbau von Zitrusgewächsen wahrscheinlich von den Franziskanern eingeführt wurde.
Die Pfarrkirche S. Martino wirde imXIV. Jh. von dem Brescianer Rodolfo Vantini renoviert; die Kirche stammt aus dem XI. Jh. Die Fassade besitz ein e wunderschöne Vorhelle mit Säulen; das einschiffige des XVII. Jh. Das Werk stellt das „Letze Abendmahl“ dar und kommt aus der Werkstatt von Veronese.
Im Ort Villa di Gargnano befindet sich die Kirche San Tommaso Apostolo: das Innere bewahrt wertvolle Kunstwerke wie z.B. Holzschnitzerei, die den „Hl Karl Borromäus“ darstellt, und ein Fresko aus der ersten Hälfte  des XVI. Jh., das die „Hl. Libera“, Beschützerin der Gebärenden darstellt. Die Kirche erhebt sich in einer malerischen Umgebung: sie blickt auf einen Platz, der eine wunderschöne Aussicht auf Gargnano und den See bietet. Im Sprechraum eines angrenzenden Klosters bewundert man ein Gemälde von Andrea Celesti, das die „Verkündigung“ darstellt.