Limone sul Garda
Limone sul Garda

Der reizvolle Touristenort an der „Gardesana Occidentale“ dehnt sich am Westufer des Gardasees aus, auf einem engen Streifen zwischen dem See und den steilen Felswänden der Berge, die hier die Charakteristiken des dolomitischen Gesteins auf weisen. Limone sul Garda ist eine Perle am oberen Ufer des Gardasees und liegt in einer märchenhaft schönen Landschaft, in der Natur und Panorama mit dem Merkmalen des sogenannten „Clima dell’Olivo“ (Olivenklima) verschmelzen. Es ist nicht einfach, ein Bild der Landschaft von Limone zu geben, die sich wegen des blauen und heiteren Himmels und des Sees, der eher an einen nordischen Fjord erinnert, auszeichnet.
Alle diese Elemente haben Literaten und Persönlichkeiten aus dem Kulturleben von jeher fasziniert, die in Limone Material und Inspirationen für ihre Werke gefunden haben, wie z.B. Goethe, Ibsen und Lawrence.
Der gut organisierte Luftkurort und die natürliche Höflichkeit der Einwohner werten Limone als Touristenziel zusätzlich auf. Das milde Küstenklima, das man bis zur nördlichen Landzunge genießt, lockt zahlreiche Touristen aus Mitteleuropa an, die diesen Ort beinahe als verbotene Frucht empfinden. Die üppige Mittelmeervegetation mit Palmen, Zedern, Olivenbäumen, Zitronenbäumen und Schlagwald schiebt sich bis in diese Breitengrade vor.
Die Zitronengärten wurden von den Franziskanern eingeführt, nachdem schon einige in Gargnano gepflanzt worden waren. Seit dem XIII. Jh. kennzeichneten die Zitronengärten die Landschaft der Küste, und vielleicht dehnten sie sich im XVI. Jh. von Gargnano bis Limone aus. Die reiche Ernte war für die mitteleuropäischen Märkte bestimmt. In der österreichischen Hauptstadt benutzt man Säfte und Destillate, die aus Zitronen vom Gardasee hergestellt werden.
Der Ortsname stammt aber nicht von den Zitronengärten, sondern vom lateinischen Wort „limen (Grenze). Heute befindet sich im Norden von Limone die Grenze zwischen den Provinzen Trient und Brescia. Der Streit um die Herrschaft des Ortes fing schon im XIII. Jh. zwischen Lombarden und Trientinern an, als Brescia gegen die Grafen von Arco kämpfte. Im XV. Jh. war Limone ein berühmtes Fischereizentrum. Die ausgezeichneten Gardaseeforellen stellen einen wichtigen Erwerbszweig für die Einheimischen dar, der vor einigen Jahrzehnten dann vom Massentourismus verdängt wurde.


Im April/Mai 1985 fand in diesem Seestädtchen ein internationaler medizinisch-wissenschaftlicher Kongreß statt, der zu überraschenden Ergebnissen in bezug auf den Einfluß der Landschaft und das Klimas von Limone auf den menschlichen Organismus führte. Der Spruch „in Limone lebt man länger“ wurde durch eine medizinisch-wissenschaftliche Forschung bewiesen. Sie entdeckte im Blut einiger Einwohner ein Protein, das eine vorbeugende Wirkung gegen Arteriosklerose und Herzinfarkt besitzt. Limone ist der Geburtsort von Daniele Comboni, Missionar in Afrika im vorigen Jahrhundert und Gründer der Kinder des Heiligen Herzens und der Schwestern der Nigrizia.
Limone Sul Garda fällt in Terrassen von dem Zitronengärten zum See hin ab und eröffnet den Touristen malerische Winkel und Ecken, wie den kleinen Hafen mit den charakteristischen Schiffen und Booten. Die Pfarrkirche San Benedetto aus dem XVII. Jh. birgt eine Altartafel eines niederländischen Meisters des XVI. Jh., zwei Gemälde von Andrea Celesti, die die „Anbetung der Könige, das Gastmahl im Hause des Levi“ und die „Jungfrau“ darstellen, sowie eine Holzschnitzerei des XV. Jh. Zahlreiche Residenzen und Häuser in venezianischem Stil verschönern die Architektur des Ortes. Erwähnung verdient auch die kleine Kirche San Rocco (XIV. Jh.) mit einer Altartafel von N. Grisiani (XVIII. Jh.)