| Malcesine ist eine der wichtigsten Ortschaften an der Veroneser Riviera der Olivenbäume, die so genannt wurde, weil hier diese Bäume üppig und wild wachsen. Der Ort befindet sich fast an der Grenze zur Provinz Trient und ist eine malerische Siedlung von Gebäuden verschiedener Epochen. Er dehnt sich auf einem kleinen Bergausläufer aus und wird von der zinnengekrönten Scaligerfestung beherrscht. Die Landschaft am oberen Ufer des Gardasees wird durch seine Berge gekennzeichnet, die auf die Ebenen von Tremosine und Tignale blicken. Im rücken der Ortscahft erhebt sich der Monte Baldo mit der hohen Cima Valdritta (2218 m), ein attraktives Ziel für Wanderer, Naturforscher und Skifahrer. Im Süden befindet sich eine kleine Bucht, die gegenüber der Isola dell’Olivo steht, und im Norden bewundert man das obere Ufer des Sees, der wie ein Fjord von den Bergen und dem Monte Brione umgeben ist. Der Ortsname stammt vermutlich aus dem lateinischen Wort „silex“, das „mit großen Hausteinen gepflasterte Straße“ bedeutet. Archäologische Funde, die hier entdeckt wurden beweisen die Anwesenheit der Römer im Ort, die hier Gräber, Münzen und Grabausstattungen hinterließen. Im Hochmittelalter wurde das Städtchen zeitweilig von den Barbaren besetzt. Unter der Herrschaft von Langobarden und Franken ging das befestigte Städtchen an die Veronese Bischöfe und weiter an die Scaliger über. Zur Zeit der Veroneser Herrschaft wurde die Rocca renoviert, und nach der Institution der Seehauptmänner verwalteten diese die Ortschaften am Veroneser Ufer des Gardasees von XVI. bis XVIII. Jh. Etwa Mitte September 1786 kam Johann Wolfgang von Goethe während seiner berühmten Reise durch Malcesine. Da er von der Schönheit des Ortes fasziniert war, versuchte er, die Burg zu zeichnen und wurde von einigen Bauern für einen Spion gehalten; um ein Haar hätten sie ihn eingesperrt. Die Burg ist heute eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten und wird von den Touristen oft photographiert, ei Beweis für den Zauber, den Malcesine und der See seit Goethe auf die nordischen Völker ausüben. Die Ortschaft ist eine Perle in der schönen Kette von Fremdenverkehrszentren am Gardasee. Malcesine besitzt zahlreiche Hotels, die in der Lage sind, viele Gäste aufzunehmen, und in viele charakteristischen Lokalen kann man die Spezialitäten der Gardasee-Küche kosten, zu denen der gute Wein der Veroneser Riviera gereicht wird. Das Klima ist wegen der günstigen geographischen Lage auch im Winter gemäßigt, so daß der Ort eine vielbesuchte Sommerfrische und Luftkurtort rund um das Jahr ist. Die Hänger sind von zum See abfallenden Olivenhainen bedeckt, und hier und dort erheben sich die Zypressen, die wie aufgestellte Burgwächter anmuten. Wer aus nördlichen Ländern kommt, bemerkt gleich den Unterschied des Klimas und der Vegetation, die hier mediterran sind. Die Umgebung von Malcesine ist für Naturforscher sehr interessant: die markierten Wege am Bergabhang und eine Seilbahn führen auf den herrlichen Bergkamm des Monte Baldo, von dem man eine überwältigende Aussicht genießt. Der Palazzo dei Capitani del Lago ist ein Gebäude in venezianischen Stil mit einer eleganten Fassade, die schöne Fenster und Zinnen besitzt. Der erste Bau wurde zur Zeit der Scaliger über römischen Resten errichtet. Nach seinem Verfall wurde das Gebäude in der zweiten Hälfte des XV. Jh. neu aufgebaut; hier wohnten die verschiedenen Seehauptmänner bis zum Niedergang der Republik Venedig. Unter den vielen Räumen ist die „Sala delle Sedute“ (Sitzungszimmer) erwähnenswert, wo man u.a. die Wappen der Seehauptmänner und Schmuck aus dem XVI. Jh. bewundern kann. Die „Scaligerburg“ (Castello Scaligero) ist eine zinnenbekrönte Burg, die sich auf einem Bergvorsprung erhebt. Sie wird von einem Hauptturm überragt und blickt spektral und malerisch auf den See. Die mächtige Festung beherrscht den Altstadtkern von Malcesine und erlaubt ein unbegrenztes Panorama vom oberen Ufer des Gardasees bis zum Brescianer Ufer mit den Ortschaften Limone und Pieve, Sitz der Gemeinde von Tremosine. Das wunderschöne Panorama dehnt sich nach Süden aus, wo der See breiter wird, während sich hinter dem ort der Monte Baldo erhebt, wie ein natürliche Wächter des Veroneser Ufers. Die Burg wurde auf einer ältern Rocca errichtet, von der einige Reste der Mauern geblieben sind. Sie wurde am Ende des VI. Jh. abgerissen, während der Karolingerzeit neu errichtet und von den Scaligern in ein Schloß umgebaut. Später ging die Burg an die Visconti über und danach and die Republik Venedig, die sie bis Ende des XVIII. Jh. besaß. Ab 1815 wurde sie von dem Österreichern in eine Grenzfeste verwandelt. Das Innere der Burg birgt das „Historische Museum von Malcesine“, wo man archäologische Funde der vorrömischen, römischen und mittelalterliche Epoche sehen kann. Sehr interessant sind die Waffensammlungen, Drucke und Veröffentlichungen, naturwissenschaftliche Sammlungen und Erinnerungen an das Risorgimento. In einem Saal befinden sich die Reste im See untergegangenen Schiffes; im gleichen Saal ist das Ablenkmanöver dargestellt, mit dem die Venezianer in der berühmten Seeschlacht von Torbole die Flotte der Scaliger überraschten. Im Hof befindet sich die „Büste von Johann Wolfgang von Goethe“, die an seinen Aufenthalt in Malcesine im September 1786 und an das sonderbare Abenteuer erinnert. Die Pfarrkirche S. Stefano ist ein Gebäude des XVIII. Jh., aber der erste Bau stammt aus der karolingischen Zeit. Vom alten Bau sind keine Reste geblieben, aber sicher befanden sich hier die sterblichen Hüllen der Heiligen Einsiedler Benigno und Caro. In der ersten Hälfte des XIV. Jh. wurde die Kirche renoviert, und in der zweiten Hälfte des gleichen Jahrhunderts wurde der Laubengang des Pfarrhauses geschaffen. In der ersten Hälfte ds XVIII. Jh. wurde das alte Gebäude abgerissen und die heutige Kirche errichtet. Das Innere birgt zahlreiche wertvolle Kunstwerke, wie z.B. die „Kreuzabnahme“ von Girolamo dai Libri. Das Gemälde stammt aus der veronesischen „Kirche S. Maria in Organo“. Auf dem Platz, der auf den malerischen Hafen blickt, steht die „Kirche Santi Nicolò e Rocco“: das von G. Zorzi entworfene Gebäude wurde in der ersten Hälfte des XVII. Jh. errichtet. Im höhergelegenen Ortsteil befinden sich die „Kirche Santi Begnino und Caro“ des XVI. Jh. und die „Kirche der Madonna“, die auch mit dem Namen „Brunnenkirche“ bekannt ist. Das heutige Aussehen ist das Ergebnis von Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten aus dem XVII. Jh. Die Bezeichnung Brunnenkirche rührt von einer Wasserquelle her, die sich unter einem viereckigen Stein in der Fußbodenmitte befindet. Das ganze Gebiet von Malcesine ist künstlerisch und touristisch sehr interessant: südlich des Hauptortes liegt in einer unwegsamen, malerischen Gegend der Ortsteil Cassone mit der „Kirche S. Zenone in Monte“. Im Ort befinden sich zwei Kirchen, die den „Heiligen Benigno und Caro“ gewidmet sind und von denen eine aus dem XV. Jh. stammt. Die Pfarrkirche des vorigen Jahrhundertes besitzt ein achteckiges Schiff; der Turm wurde im vorigen Jahrhundert errichtet. Gegenüber von Cassone liegt die „Trimelone-Insel“, wo sich in der barbarischen Zeit (X. Jh.) eine von den Ungarn errichtete Festung befand. In der zweiten Hälfte des XII. Jh. steckte Friedrich Barbarossa die Burg während eines Kampfes in Brand. Die Festung wurde unter den Scaligern aus Verona wiederhergestellt, die hier ihr Wappen hinterließen. In jüngerer Zeit baute man auf den Resten eine moderne Burganlage, die aber im zweiten Weltkrieg verlorenging. Im Ortsteil Navene, nördlich von Malcesine, erhebt sich die „Kirche S. Maria di Navene“, die schon im XI. Jh. erwähnt wird. In Val Casera befindet sich die im XII. Jh. erwähnte, mittelalterliche „Kirche S. Michele“, die Ende des XVI. Jh. und Anfang des XX. Jh. renoviert wurde. Unter den zahlreichen Villen des XX. Jh. seien erwähnt; Villa Gruber, Villa Labia, Villa Molitor, Villa Noli, Villa Bianca, Villa Nichesola, Villarose, Villa Sogno, Villa delle Rondini, Villa Lombardi, und Villa Irma e Giulia. Sehr interessant ist der Ausflug zum „Monte Baldo“, den man mit der herrlichen Panorama-Seilbahn erreicht, die zur „Baita dei Forti“ (1745 m) in der Nähe der Bocca Tratto Spin auf den Lamm führt. Der Ausblick ist wunderschön, besonders bei Abend- und Morgendämmerung, wenn die Sonnenstrahlen die schneebedeckten Spitzen der Berge färben, das sich im Grün der Wälder und im Blau des Gardasees zu verlieren scheint.
In Malcesine finden wir viele gute Hotel und Restaurant.
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