Salò
Der Dom

Unter der zahlreichen Gebäuden des Städtchens verdient der Dom besondere Beachtung, der eine der wichtigsten Bauten des ganzen Gebietes ist. Er wurde 1453 im Stil der Gotik und Renaissance begonnen. Ein Epigraph beweist, daß das Gebäude anstelle einer alten Kirche errichtet wurde, von der nur untere Teil des Glockenturmes erhalten ist. Der Dom wurde der Heiligen Jungfrau Maria gewidmet, und Filippo dalle Vacche entwarf ihn nach dem Beispiel der veronesischen Kirche Sant’Anastasia und übernahm auch die Ausführung der gotisch-venezianischen  Kupperl. Die unvollendete Backsteinfassade wird durch senkrecht vorkragende Elemente gegliedert. Das wunderschöne Marmoportal im renaissancestil zeichnet sich durch die Skulpturen von Antonio della Porta und Gasparo da Cairano aus.
Über dem von einen Dreieckgiebel gekrönten Portal öffnet sich in der Fassade ein großes Rundfenster. Das monumentale, dreischfiige Innere besitzt mächtige Säulen, auf denen sich prächtig verzierte Bogen stützen. Die Seitenkapellen wurden im XVI. Jh. von San Carlo Borromeo errichtet. Das Innere der Kupper ist ein Meisterwerk der Geometrie und weist Fresken von Palma dem Jüngeren auf, der hier die Vier Evangelisten darstellte. Das Innere des Doms birgt zahlreiche Kunstwerke, unter anderem das Holzkreuz (1449) im Presbyterium von Johannes von Ulm, der auch unter dem Namen Johannes teutonichus bekannt war. Über dem Hochaltar hängt ein wunderschönes altarbild des XV. Jh., ein Werk des Holzschnitzers Bartolomeo des Isola Dovarese. Die Statuen atellen den Auferstandenen Christus und eine Jungfrau auf dem Thron mit den Titelheiligen der acht Kirchen, die die Pfarre von Salò bildeten, dar.
Sie sind ein Werk des Künstlers Pietro Bussolo aus Mailand. Die herrliche Orgel stammt aus der ersten Hälfte des XVI. Jh. und wurde Giovan Giacomo und Francesco Antegnani aus Brescia gebaut. Späten malte Palma der Jüngere die Anten (1600). Von diesem Maler stammen auch andere Gemälde wie die Heimsuchung, die Verkündigung und Mariä Himmerlfahrt. Weitere sehenswerte Gemälde im Dom: der hl. Antonius aus Padua, die Madonna und die Heiligen Bonaventura und Sebastian von Gerolamo Romanino; die Pietà und der hl. Hieronymus von Zenon Veronese; ferner Gemälde von Paolo Veneziano, die Jungfrau und Engel, die Anbetung der Könige von Andrea Celesti. In der Kapelle SS, Sacramento ist ein Paradies von Malosso (G.B. Trotti) zu sehen. Sehr interessant die Holzskulptur, die eine Grablegung darstellt, ein Werk von einem unbekannten Südtiroler Künstler des XVI. Jh.

Von den Ringmauern des XVI. Jh., die die Veroneser Scaliger errichteten, sind nur zwei Tore geblieben, die noch heute den Eingang in den alten Stadtkern bilden. Die sogenannte Porta della Rocca (Burgtor) wird von der Torre dell’Orologio (Uhrturm) überragt, die sich in der Mitte einer wunderschönen Balustrade erhebt. Die charakteristische Piazza della Vittoria liegt am Seeufer. Hier befindet sich das Rathaus (Pallazzo Municipale) mit Laubengang. Das Gebäude aus dem XVI. Jh. ist im Renaissancstil erbaunt und ist ein Werk von Sansovino. Das heutige Aussehen geht auf einem Wiederaufbau nach dem Erdbeben von 1901 zurück. Das Innere birgt ein wertvolles Gemälde des XVI, Jh., Triumph des Kreuzes, ein Werk des Künstlers Andrea Bertanza.
Fernet werden hier Fresken des einheimischen Malers Angelo Landi bewahrt und eine Büste des Gaspare da Salò, die Angelo Zanelli zugeschrieben wird.

Neben dem Rathaus befindet sich der Palast der Magnifica Patria (XVI. Jh.), ehemals Sitz der Aufsichtsbeamten der Riviera di Salò während der Herrschaft der Republik Venedig. Im Inneren befinded sich das Athenäum von Salò aus dem XVI. Jh. und das Museum Nastro Azzurro, das Dokumentationen der Bonaparte-Epoche und Erinnerungen des ersten Weltkrieges enthält. Im Ortsteil Barbarano, in der Nähe von Gardone Riviera, erhebt sich der Palazzo Martinego aus dem XVI. Jh., den der Markgraf Sforza-Pallavicino errichten ließ. Sehr schön der Park mit Nymphäum und Treppen.