Toscolano Maderno
Toscolano

Nachdem wir über den gleichnamigen Bach gefahren sind, der auch von einer Brücke des XVI. Jh. überquert wird, erreichen wir auf dem oberen Bergrücken, auf dem auch Maderno liegt, den Ort Toscolano auf dem Gardasee, wo wir eine schöne Aussicht Malcesine, Torri del benaco, Garda und Peschiera.
Da viele Ortsnamen der Umgebung etruskischen Herkunft sind, vermutet man, daß das Städtchen von Etruskern gegründet wurde. Sicher war Toscolano während der römischen Epoche unter der Bezeichnung Benacum bekannt, und seitdem trug auch der See diesen Namen.
Aus der Römerzeit sind reste einer Villa mit Mosaikfußböden und Dokumente von alten Gebäuden und heidnischen Tempeln erhalten. In der sogenannten Valle delle Cartiere entstanden im XIV. Jh. Papierfabriken, die sehr berühmt wurden.
Im XV. Jh. druckte der Schriftsetzer Gabriele di Pietro aus Treviso hervorragende Werke; die Papierfabriken sind noch heute in Betrieb, wurden jedoch stark modernisiert.

Die Kirche SS. Pietro e Paolo besitzt einen Turm mit Gedenktafel, die dem römischen Kaiser Marc’Aurel gewidmet war. Ein Epigraph erinnert an Augustus, und zwei andere sind Septimius Severus und Claudius II. gewidmet. Die in der zweiten Hälfte des XVI. Jh. entstandene Kirche enthält Gemälde von Andrea Celesti.

Die Wallfahrtskirche Madonna del Benaco erhebt sich auf einem ehemaligen Heidentempel des I. Jh. v. Chr., der Jupiter Ammon gewidmet war. Von diesem Bau sind einige Säulen neben der Kirchentreppe erhalten. In der ersten Hälfte der Fünfziger Jahre wurden während der Renovierungsarbeiten Spuren von Fresken des XV. Jh. entdeckt. In der Nähe vom alten Hafen erhebt sich der Palazzo Mafizzoli (früher Palazzo Delay), ein Bauwerk des XVI. Jh., das zahlreiche Gemälde von Andrea Celesti bewahrt.